NKG XXI – Über uns

(Foto: Tom Arnold Feige, Bearbeitung: Jolina Störmer)
von links nach rechts: Pauline Schottmann, Sophia Feige, Katja Thiele, Ferdinand Stenglein, Jolina Störmer, Simon Runkel, Dominique Kauer, Janine van de Vorle, Birtan Tonbul, Mirka Dickel, Nicole Herold

DE

Die Tagung Neue Kulturgeographie 2027 wird von der Arbeitsgemeinschaft der Professur für Sozialgeographie in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft der Professur für Didaktik der Geographie der Friedrich-Schiller-Universität Jena ausgerichtet. Beide Arbeitsgemeinschaften verbindet das Interesse an den vielfältigen, machtvollen Beziehungen zwischen Menschen, Raum und Gesellschaft sowie an der Frage, wie geographisches Wissen entsteht, reflektiert und wirksam wird.

Unsere Sozialgeographie hat im Anschluss an die historischen disziplinären Begründungszusammenhänge und der sich seither entwickelten gesellschafts- und sozialkritischen Geographie, die geosoziale Frage (Runkel & Everts 2017; Runkel et al. 2025) im Zentrum. Mit geosozialer Frage ist gemeint, dass sich soziale Ungleichheit wesentlich räumlich manifestiert und in Gesellschaft-Natur-Verhältnisse eingeschrieben ist. Von der Relevanz dieser Frage zeugen aktuell multiple Krisen mit deren Auswirkungen wir in unserer Forschung konfrontiert sind. Den Gegenstand unserer sozialgeographischen Beobachtung bilden dynamische und stabilisierte (Erd-)Raumproduktionen, die historisch-geographisch entstanden sind und einem gesellschafts- und geopolitischen Wandel unterworfen sind. (Erd-)Raumproduktionen haben dabei sowohl einen materiellen (z.B. gebaute Umwelt, Erfahrungsraum) als auch einen ideellen Charakter (z.B. symbolische Anordnungen, imaginative Räume, Diskurse und Ideologien). Zwar haben wir keinen klassischen regionalen Schwerpunkt, bilden aber in relationaler Weltsicht und in persönlichen Beziehungen regionale Orientierungen in konkreten Forschungs- und Lehrzusammenhängen aus (Brasilien, Mitteleuropa, Ost- und Zentralasien).

In der Arbeitsgemeinschaft der Professur für Didaktik der Geographie werden Konzepte einer zeitgemäßen geographischen Bildung entwickelt und erforscht. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Geographieunterricht Räume eröffnet, in denen Schülerinnen und Schüler geographische Phänomene verstehend erschließen, kritisch reflektieren und eigene Perspektiven entwickeln können. Forschung und Lehre orientieren sich an einem bildungsphilosophischen Verständnis von Unterricht, das phänomenologische, hermeneutische und kritisch-theoretische Perspektiven mit aktuellen fachwissenschaftlichen Raumkonzepten verknüpft. Wir verstehen den geographischen Bildungsauftrag im Sinne der Ausbildung einer dialogischen, offenen Haltung gegenüber geographischen und fächerübergreifenden Gegenständen und Sachverhalten. In der wiederholten Einübung dieser Haltung wird ein tiefergehendes Verstehen unserer Lebenswelt und eine kritische Urteilsfähigkeit im Hinblick auf Autonomie, Emanzipation und Mündigkeit eingeübt. Dabei wird das Denken in Widersprüchen, Brüchen und multiplen Deutungsmöglichkeiten in Anbetracht der spätmodernen (Um-)Welt mit sozial- und geisteswissenschaftlichen, ethischen, ästhetischen, historischen und ganzheitlichen Perspektiven produktiv und spannungsvoll verknüpft.  

EN

The 2027 New Cultural Geography Conference is organised by the research group at the Chair of Social Geography in collaboration with the research group at the Chair of Geography Education at Friedrich Schiller University Jena. Both groups share an interest in the multiple and power-laden relations between people, space, and society, as well as in the ways geographical knowledge is produced, critically reflected upon, and rendered socially effective.

Building on the historical foundations of the discipline and the subsequent development of socially and critically oriented geographical scholarship, our approach to social geography places the geosocial question at its centre (Runkel & Everts, 2017; Runkel et al., 2025). The geosocial question refers to the ways in which social inequalities are spatially manifested and inscribed within society–nature relations. Its contemporary relevance is particularly evident in the multiple crises whose effects shape and inform our research. Our social-geographical inquiry examines dynamic and stabilised forms of spatial production that have emerged through historical-geographical processes and remain subject to social and geopolitical transformation. Such spatial productions encompass both material dimensions, including the built environment and spaces of experience, and ideational dimensions, such as symbolic arrangements, imagined spaces, discourses, and ideologies. Although we do not pursue a conventional regional specialisation, our relational understanding of the world and our personal and scholarly connections generate regional orientations within specific research and teaching contexts, particularly in relation to Brazil, Central Europe, and East and Central Asia.

The research group at the Chair of Geography Education develops and investigates approaches to contemporary geographical education. Its work centres on how geography teaching can create spaces in which students are able to understand geographical phenomena, reflect on them critically, and develop their own perspectives. Research and teaching are guided by an educational-philosophical understanding of the classroom that brings phenomenological, hermeneutic, and critical-theoretical perspectives into dialogue with contemporary geographical conceptualisations of space.